
Tu es nicht
Vorbeugen ist besser für den Erhalt
Kein Klebeband verwenden!
Die Verwendung von Klebstoffen wie Klebeband oder anderen Klebestreifen auf Papierdokumenten, Pergament oder Büchern wird dringend abgeraten und ist sogar strengstens verboten. Diese Produkte, die säurehaltige Klebstoffe und Polymere enthalten, führen zu einer direkten chemischen Übertragung von Säure in das Material. Diese Reaktion beginnt unmittelbar nach dem Auftragen und setzt sich während der gesamten Kontaktzeit fort, was zu fortschreitenden, aber irreversiblen Schäden an den Fasern oder der Haut führt.
Auch nach dem Entfernen des Klebstoffs greifen Restrückstände das Dokument weiterhin chemisch an. Es entstehen sichtbare Spuren, oft durchscheinend oder vergilbt, die den Stellen entsprechen, an denen der Klebestreifen angebracht war. Sind diese Veränderungen erst einmal entstanden, lassen sie sich nicht vollständig entfernen: Sie prägen die Oberfläche des Papiers oder Pergaments dauerhaft ein und beeinträchtigen sowohl das ästhetische Erscheinungsbild als auch die Integrität des Dokuments.
Im Falle einer späteren Restaurierung erschwert die Anwesenheit von Klebeband- oder Klebstoffresten die Arbeit erheblich. Der Restaurator muss dann spezielle, oft heikle und sorgfältige Behandlungen durchführen, um die geschwächten Stellen zu stabilisieren und bleibende Schäden zu minimieren. Diese Arbeiten sind nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch zeit- und materialintensiv und garantieren keine vollständige Beseitigung der Schäden. Um das Material bestmöglich zu erhalten und umfangreiche, irreversible Eingriffe zu vermeiden, ist es daher unerlässlich, niemals Klebeband oder andere Klebstoffe auf Papierdokumente, Pergament oder Bücher aufzutragen.
Abschließend lässt sich sagen: Verwenden Sie niemals Klebeband, um ein Kunstwerk zu reparieren; holen Sie stattdessen einen Kostenvoranschlag oder Rat von einem Fachmann ein. Kostenvoranschläge sind oft kostenlos und unverbindlich.
Wenn es keine andere Möglichkeit gibt, entscheiden Sie sich für Filmoplast P, einen Klebstoff, der in Geschäften wie Boesner in Aarberg oder online erhältlich ist.
Filmoplast P ist ein spezielles, dünnes, transparentes Selbstklebepapier zur diskreten Reparatur von Rissen und Archivmaterialien. Es basiert auf neuesten Erkenntnissen zur Konservierung von Zellulosefasern. Seine Alterungsbeständigkeit wurde von der Papiertechnischen Stiftung (PTS) geprüft und durch den Photographic Activity Test (PAT) gemäß ISO 18916 zertifiziert. Das Papier ist selbstklebend, silikonbeschichtet und auf pH 8,4 gealtert.


Fotos eines Stücks Klebeband und einer Filmoplast P-Verpackung
Abbildung aus dem Internet und © Boesner.ch
Verwenden Sie Plastik nicht als vorübergehenden oder dauerhaften Schutz!
Die Verwendung von Plastikabdeckungen für Kunstwerke, Papierdokumente, Pergamente oder Bücher sollte vermieden und vorzugsweise ganz abgeschafft werden, sei es vorübergehend oder dauerhaft. Kunststoffe vermitteln zwar unmittelbar den Eindruck von Schutz, schaffen aber in Wirklichkeit eine abgeschlossene, undurchlässige Umgebung, die die Materialien am „Atmen“ hindert. Dieses Mikroklima ohne Luftaustausch begünstigt die Ansammlung von Feuchtigkeit – ideale Bedingungen für das Wachstum von Schimmel und Mikroorganismen, die die Materialien dauerhaft schädigen können.
Wenn Kunststoff in direktem oder auch nur in unmittelbarer Nähe mit dem Dokument in Berührung kommt, kann er Wärme speichern und die Temperatur lokal erhöhen. Dieser Temperaturanstieg beschleunigt die internen chemischen Reaktionen des Papiers (oxidative Alterung, Faserhydrolyse), was den Zersetzungsprozess mechanisch beschleunigt. Mit der Zeit können, selbst ohne sichtbare Feuchtigkeit, in Kunststoff eingeschlossene Bereiche irreversible Vergilbung, Versprödung und Flecken entwickeln.
Glücklicherweise gibt es deutlich sicherere und geeignetere Alternativen zur Aufbewahrung von Werken auf Papier, Pergament oder Büchern. So sind beispielsweise säurefreie Papierumschläge, säurefreie Aufbewahrungskartons oder Museumskassetten vorzuziehen, da sie eine begrenzte Luftzirkulation ermöglichen und gleichzeitig einen guten mechanischen Schutz bieten. Für Transport und Lagerung eignen sich stabile Kartons, belüftete Transportröhren oder Papierhüllen wesentlich besser für die Langzeitkonservierung als jegliche Kunststoffverpackungen. (Siehe die Seite „Behälter“ auf dieser Website.)
Durch den systematischen Verzicht auf Kunststoffe zugunsten dieser besser geeigneten Materialien verringern wir die Risiken von Schimmelbildung, chemischer Zersetzung und Verformung von Werken und Dokumenten erheblich.


Links eine Plastikhülle, rechts Papierhüllen.
Abbildung aus dem Internet und © Oekopack AG
Das Leder von Büchern darf nicht eingefettet werden!
Das Einfetten von Bucheinbandleder sollte man heutzutage besser aufgeben, da es dem Material oft mehr schadet als nützt. Lange Zeit galt es als Pflegemaßnahme, doch das Auftragen von Fett oder Öl auf Buchleder kann dessen Struktur tatsächlich stark beeinträchtigen. Bucheinbandleder ist ohnehin ein alterndes und empfindliches Material, dessen Zustand primär von stabilen Lagerbedingungen abhängt, nicht von übermäßigem Einfetten. Unsachgemäße Pflege kann daher seinen Verfall beschleunigen, anstatt ihn zu verhindern.
Wird Buchleder zu stark eingefettet, kann es mit der Zeit pudrig werden, was zu einer spröden und staubigen Oberfläche führt. Das Material verliert dadurch seine Festigkeit, zerfällt leichter und wird anfälliger für Reibung, unsachgemäße Handhabung und Umwelteinflüsse. Zudem dunkelt überschüssiges Fett das Leder oft ungleichmäßig nach und verändert so sein ursprüngliches Aussehen, wodurch sowohl die Lesbarkeit als auch der historische Wert beeinträchtigt werden.
Darüber hinaus bekämpfen diese wiederholten Anwendungen nicht die eigentlichen Ursachen der Lederalterung. Sie mögen zwar vorübergehend ein trockenes oder abgenutztes Aussehen kaschieren, können aber auch eine klebrige Oberfläche, schnellere Verschmutzung und das Eindringen von Pflegeprodukten in die Fasern begünstigen. Langfristig kann so behandeltes Leder noch instabiler, spröder und schwieriger zu restaurieren werden. Deshalb sollte vorbeugende Pflege Vorrang vor „nährenden“ Behandlungen haben, die oft unwirksam und potenziell schädlich sind.
Anstatt Buchleder zu pflegen, ist es daher ratsam, einen konservierenden Ansatz zu verfolgen, der auf Umgebungsbedingungen, eingeschränkter Handhabung und der Beobachtung des tatsächlichen Zustands des Einbands basiert. In den meisten Fällen benötigt altes Leder keine Pflege, sondern vielmehr Schutz, Stabilisierung und sachgemäße Lagerung.
Setzen Sie Ihre Dokumente und Bücher nicht der Sonne aus!
Direkte Sonneneinstrahlung schädigt Papierdokumente und Pergament stark physikalisch und chemisch und sollte daher unbedingt vermieden werden. Sonnenlicht, insbesondere ultraviolette Strahlen, wirkt als wahrer Zersetzungsfaktor: Es löst photochemische Reaktionen in den Zellulosefasern des Papiers oder auf der Oberfläche des Pergaments aus und schwächt das Material dadurch irreversibel. Langfristig wird der Träger spröder, trüber oder vergilbt, und seine Struktur kann sich in stark exponierten Bereichen sogar auflösen.
Auf physikalischer Ebene kann direktes Sonnenlicht lokal zu einem Temperaturanstieg führen und den Feuchtigkeitshaushalt des Materials rasch verändern. Diese akkumulierte Wärme beschleunigt in Verbindung mit der Photodegradation die Alterung von Papier und Pergament, was zu Knicken, Schrumpfen, Verziehen oder strukturellen Verformungen führt. Darüber hinaus weisen direkt der Sonne ausgesetzte Bereiche oft Farbunterschiede oder eine höhere Empfindlichkeit auf als schattige Bereiche, wodurch sichtbare Kontraste und eine ungleichmäßige Beschädigung des Kunstwerks entstehen.
Es ist daher unerlässlich, Kunstwerke, Papierdokumente, Pergamente oder Bücher nicht direkt der Sonne zuzuwenden und sie niemals, auch nicht kurzzeitig, im Freien in der Sonne liegen zu lassen. Schon wenige Stunden Sonnenlicht pro Tag, über Jahre hinweg wiederholt, reichen aus, um Verfärbungen, irreversible Vergilbung und fortschreitende Materialschwäche zu verursachen. Um ihre Unversehrtheit zu bewahren, sollten sie am besten an stabileren Orten aufgehängt, mit UV-filterndem Glas versehen oder die Einwirkung von natürlichem Licht auf empfindliche Kunstwerke minimiert werden.

Taschenbuch, das in der Sonne lag, mit einer Schutzhülle auf der linken Seite
Foto aufgenommen von © Carole Jeanneret
Scannen Sie Ihre Dokumente und Bücher nicht ein!
Vermeiden Sie das Scannen Ihrer wertvollen Dokumente; Fotografieren ist vorzuziehen. Das intensive Licht des Scanners und der Druck der Glasscheibe können Dokumente und Einbände beschädigen. Fotografieren ermöglicht es Ihnen, das Objekt zu dokumentieren, ohne es physisch zu verändern.
Lasst uns zusammenarbeiten
Wenn Sie an unseren Konservierungsdienstleistungen interessiert sind, können Sie über das untenstehende Formular Kontakt mit uns aufnehmen oder uns in unserem Geschäft in der Rue de Lausanne 24 in Fribourg besuchen.
