
Umweltfaktoren

Umgebungstemperatur (extreme Temperaturen und insbesondere plötzliche Temperaturschwankungen vermeiden).
Unter den entscheidenden Faktoren für den Erhaltungszustand spielt das Klima eine zentrale Rolle, da es direkt auf die Materialien einwirkt und alle anderen Abbauprozesse beeinflusst. Insbesondere die Temperatur hat einen großen Einfluss auf die Geschwindigkeit chemischer Reaktionen, aber auch auf die physikalischen und biologischen Prozesse, die Bücher und Archivdokumente betreffen.
Ein Temperaturanstieg beschleunigt chemische Abbauprozesse, insbesondere die Hydrolyse und Oxidation von Papierbestandteilen. Er fördert zudem das Wachstum von Mikroorganismen und Insekten, deren Aktivität eng mit den thermischen Bedingungen verknüpft ist. Darüber hinaus beeinflusst die Temperatur die relative Luftfeuchtigkeit: Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, was Feuchtigkeitsungleichgewichte und deren Auswirkungen auf Materialien verstärken kann.
Um diese Risiken zu minimieren, wird generell eine stabile und moderate Temperatur empfohlen. In Lagerräumen ist eine Temperatur zwischen 16 °C und 18 °C ratsam, um Abbauprozesse zu verlangsamen und gleichzeitig gute Langzeitlagerungsbedingungen zu gewährleisten. In Speise- oder Behandlungsräumen, wo die Anwesenheit von Personen einen Kompromiss mit dem thermischen Komfort erfordert, ist eine etwas höhere Temperatur zwischen 18 °C und 22 °C akzeptabel.
Neben den absoluten Werten ist die thermische Stabilität von entscheidender Bedeutung. Schnelle oder wiederholte Temperaturschwankungen können dazu führen, dass sich Materialien ausdehnen und zusammenziehen, was mechanische Spannungen, Verformungen und letztendlich strukturelle Schäden zur Folge hat. Diese Schwankungen können auch den Feuchtigkeitshaushalt stören und somit das Risiko von Materialermüdung weiter erhöhen.

Relative Luftfeuchtigkeit (zu viel oder zu wenig Luftfeuchtigkeit kann Materialien beschädigen).
Die relative Luftfeuchtigkeit ist wahrscheinlich der wichtigste Umweltfaktor für die Konservierung von Büchern und Archivdokumenten. Sie spielt eine entscheidende Rolle bei den meisten Abbauprozessen, seien sie chemischer, physikalischer oder biologischer Natur. Durch die direkte Beeinflussung des Wassergehalts von Materialien wirkt sie sich auf deren Stabilität, mechanische Festigkeit und die Geschwindigkeit von Abbauprozessen aus.
Generell wird für die Aufbewahrung von Sammlungen eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 45 % empfohlen. Dieser Wert sollte jedoch an die Art der Materialien und ihren Erhaltungszustand angepasst werden. So sollte beispielsweise ein Dokument, das Wasserschäden erlitten hat oder Anzeichen von Restfeuchte aufweist, vorübergehend in einer trockeneren Umgebung gelagert werden, um das Risiko von Schimmelbildung zu verringern und seinen Zustand zu stabilisieren.
Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 60 bis 65 % vermehren sich Mikroorganismen wie Schimmelpilze, was zu einer schnellen und oft irreversiblen Zerstörung von Trägermaterialien und Medien führen kann. Dieser biologische Abbau geht häufig mit Fleckenbildung, Gerüchen, Materialschwäche und mitunter auch mit Datenverlust einher.
Umgekehrt führt eine relative Luftfeuchtigkeit unter 40 % dazu, dass die in Büchern und Dokumenten verwendeten Materialien austrocknen. Papier, Pergament, Leder und Klebstoffe verlieren ihre Flexibilität, werden starr und spröde, wodurch das Risiko von Rissen, Verformungen oder Brüchen steigt. In manchen Fällen sind diese Schäden irreparabel.
Es ist außerdem erwähnenswert, dass bei sauren Materialien eine niedrigere relative Luftfeuchtigkeit – etwa 30 % – chemische Abbauprozesse, insbesondere die Säurehydrolyse, verlangsamen und somit deren Lebensdauer deutlich verlängern kann. Diese Anpassung muss jedoch sorgfältig abgewogen werden, um negative Auswirkungen auf andere Bestandteile des Objekts zu vermeiden.

La lumière et les rayonnements (qui peuvent provoquer des décolorations et fragiliser les supports).
La lumière est une forme d’énergie capable de déclencher ou d’accélérer les réactions chimiques responsables de la dégradation du papier et, plus largement, de toutes les matières organiques. La comparaison des différentes sources lumineuses montre que leur nocivité est très inégale (cf. tableau ci-dessous).

Tabelle zum Einfluss von Licht auf die Konservierung
Foto des Gemäldes, Seite 167 von © "DeTutela Librorum" von Andrea Giovannini
Die Lichtempfindlichkeit von Papier variiert stark je nach seiner Zusammensetzung. Papiere mit Holzschliff, wie beispielsweise Zeitungspapier, sind besonders lichtempfindlich und reagieren aufgrund der hohen Reaktivität des enthaltenen Lignins sehr schnell auf Licht. Reine Zellulosepapiere (ohne Holz) oder solche aus Textilfasern (Lumpen) weisen hingegen eine geringere Lichtempfindlichkeit auf.
Darüber hinaus unterliegen manche Medien einem Ausbleichen, wodurch farbige Linien fast unsichtbar werden können. Verschiedene Schreibmedien reagieren sehr unterschiedlich auf Licht: Druckfarben oder Bleistifte sind relativ unempfindlich, während viele Tinten und Pigmente, die zum Schreiben, Verzieren von Texten oder sogar zum Färben von Leder und Textilien (Buchdeckel, Kapitalbänder) verwendet werden, durch sichtbares Licht und noch stärker durch ultraviolette Strahlung verändert werden.
Ultraviolette Strahlung lässt Papier vergilben und die Fasern rasch zersetzen. Infrarotstrahlung hingegen erhitzt Materialien und macht Papier dadurch brüchig. Röntgenstrahlen sind zwar in der Konservierung seltener anzutreffen, stellen aber eine sehr energiereiche Strahlungsform dar, die zu einer erheblichen und schnellen Materialzerstörung führen und ebenfalls die Brüchigkeit des Materials erhöhen kann.
Die Auswirkungen von Licht sind in feuchter Atmosphäre (relative Luftfeuchtigkeit > 60 %) noch schädlicher. Zudem führt übermäßige Lichteinwirkung häufig zu einer Erwärmung des Objekts, was den chemischen Zerfall deutlich beschleunigt. Schätzungen zufolge verdoppelt sich die Zersetzungsrate mit jedem Temperaturanstieg um 8 °C.

Schadstoffe (Staub, Gase, Partikel, die Oberflächen angreifen können)
Luftschadstoffe zählen zu den schädlichsten Faktoren für die Zerstörung von Büchern und Archivdokumenten. Hauptverursacher sind Schwefeloxide (SO₂), Stickoxide (NOₓ) und Ozon (O₃). Diese Verbindungen, die aufgrund industrieller Aktivitäten, Straßenverkehrs und bestimmter Quellen in Innenräumen in der Außenluft vorkommen, reagieren chemisch mit den Materialien der Werke. Insbesondere fördern sie die Versauerung von Papier, was zu einer Schwächung der Fasern, einem Verlust der mechanischen Festigkeit und letztendlich zur irreversiblen Zerstörung des Materials führt.
Staub ist ein weiterer wesentlicher Faktor für den Verfall von Kunstwerken. Er dringt tief in faserige Materialien wie Papier oder Pergament ein und lässt sich praktisch nicht vollständig entfernen. Dieses Eindringen führt zu dauerhaften Veränderungen des Aussehens und der Unversehrtheit des Kunstwerks und verändert somit dessen ursprünglichen Zustand unwiderruflich. Darüber hinaus kann Staub als Träger chemischer und biologischer Schadstoffe fungieren und den Verfallsprozess weiter beschleunigen.
Manche Stäube stellen auch ein direktes Gesundheitsrisiko dar, insbesondere wenn sie Feinstaub, Schimmelpilzsporen oder giftige Substanzen enthalten. Selbst wenn keine unmittelbare Toxizität auftritt, kann eine längere und wiederholte Exposition zu schwerwiegenden Atemwegserkrankungen führen, darunter chronische Erkrankungen oder Krebs, die mit dem Einatmen von Partikeln in Verbindung stehen, die tief in die Lunge eindringen.
In diesem Zusammenhang ist die Verwendung geeigneter Schutzausrüstung für Fachleute im Bereich Konservierung und Restaurierung unerlässlich. Das Tragen von Atemschutzmasken, Handschuhen und gegebenenfalls weiterer Schutzausrüstung trägt dazu bei, Gesundheitsrisiken beim Abstauben, Reinigen oder Behandeln von Kunstwerken zu minimieren.
