
Wasserreinigung
Was ist das ?
Die wässrige Reinigung ist eine Konservierungsmethode, bei der ein Dokument, meist Papier, kontrolliert mit Wasser in Kontakt gebracht wird, um lösliche Abbauprodukte, Säuren und bestimmte in den Fasern eingebettete Verschmutzungen zu entfernen. Sie ist daher gründlicher als einfaches Abstauben und wird erst nach sorgfältiger Prüfung des Zustands von Papier und Druckfarben durchgeführt.
Theoretisch zielt das Waschen mit Wasser darauf ab, saure Substanzen und lösliche Verunreinigungen zu entfernen, die das Substrat schwächen, und gleichzeitig dessen chemische und mechanische Stabilität zu verbessern. Je nach gewähltem Verfahren können eine Entsäuerung und gegebenenfalls eine erneute Schlichtung folgen. In der Praxis handelt es sich jedoch nicht um ein „Waschen“ im herkömmlichen Sinne, sondern um eine kontrollierte physikalisch-chemische Behandlung.
Seien Sie vorsichtig!
Eine Nassreinigung kommt nur infrage, wenn Substrat und Druckfarben dafür geeignet sind! Diese Methode erfordert jedoch vorherige Tests, da manche Druckfarben, Farbstoffe und insbesondere instabile Eisengallustinten sehr stark auf Wasser reagieren können.
Für bedrucktes oder handgeschriebenes Papier
Die kontrollierte Befeuchtung oder das Waschen von Papier ist speziellen Fällen vorbehalten, in denen der Restaurator die Farbbeständigkeit und die mechanische Stabilität des Trägermaterials geprüft hat. Diese Eingriffe erfolgen nach einem strengen Protokoll und umfassen Spülen, kontrolliertes Trocknen und oft auch Glätten oder Pressen. In der Praxis wird ein altes Dokument nicht einfach nur zum Zweck des Waschens „gereinigt“, sondern nur dann behandelt, wenn sich sein Zustand dadurch nachweislich verbessert und das Risiko vertretbar ist.
Für Bücher und Einbände
Bei der Buchreinigung müssen nicht nur die Seiten, sondern auch Schnittkanten, Vorsatzblätter, Gelenke, Bindung und Materialien wie Leder, Stoff oder Einbandpapier berücksichtigt werden. Manche Bindungsoberflächen sind feuchtigkeitsempfindlich, und eine Nassreinigung kann das Buch verformen, die Klebstoffe schwächen oder die Einbandmaterialien beschädigen. Daher ist die Trockenreinigung vor intensiveren Behandlungen nach wie vor die gängigste Methode.
Grenzen und zu beachtende Vorsichtsmaßnahmen
Eine gründliche Reinigung ist keine Tiefenreinigung. Vermeiden Sie Haushaltsreiniger, übermäßiges Wasser, starkes Schrubben, Scheuerschwämme und alle Methoden, die den Schmutz eher fixieren als entfernen. Berücksichtigen Sie auch mögliche Schimmelpilze, empfindliche Tinten, instabile Pigmente, alte Klebstoffe oder sehr brüchiges Papier, da diese Faktoren gegen eine Nassreinigung sprechen können.
Von Bleichverfahren für Papier sollte abgeraten werden, da diese die Faserstruktur des Substrats grundlegend verändern, die Komponenten dauerhaft schwächen und den Abbauprozess beschleunigen.
Professionelle Logik
Im professionellen Umfeld läuft das Verfahren in der Regel wie folgt ab: Untersuchung des Objekts, Stabilitätsprüfung der Tinten und Farben, wenn möglich Trockenreinigung und erst dann, falls der Zustand des Bildträgers dies erfordert, gegebenenfalls Befeuchtung oder kontrollierte Wasserbehandlung. Ziel ist es, den schonendsten Eingriff zu wählen, der mit der Erhaltung des Objekts vereinbar ist.
Die verwendete Ausrüstung:
Vor dem Baden zum notwendigen Vorbefeuchten aufsprühen.


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