
Schimmel
Woher kommen sie?
Schimmelpilze stellen eine der größten biologischen Gefahren für Papierdokumente dar. Sie entstehen in der Regel, wenn Feuchtigkeit, Wärme und mangelnde Belüftung günstige Wachstumsbedingungen schaffen. Schimmelpilze sind oft an Flecken in verschiedenen Farben – schwarz, grün, weiß, rosa oder gelblich –, einem pudrigen oder flauschigen Aussehen und dem möglichen Vorhandensein von Myzelfäden erkennbar. Sie können außerdem einen charakteristischen muffigen Geruch verströmen. Auf Papier schwächt Schimmel die Fasern, beeinträchtigt die Lesbarkeit und kann zu erheblichem Materialverlust führen.
Im Bereich der Konservierung und Restaurierung ist Papier besonders anfällig für Pilzbefall, während Pergament im Allgemeinen weniger anfällig ist, jedoch durch hohe Luftfeuchtigkeit oder Überschwemmungen beeinträchtigt werden kann. Bei kontaminierten Papierdokumenten kann die Behandlung je nach Zustand des Trägermaterials und Empfindlichkeit der Druckfarben direkt oder indirekt erfolgen. Die Verwendung von 70%igem Ethanol wird häufig in Desinfektionsprotokollen erwähnt, insbesondere als geeignete Behandlungsmethode für Sammlungen, da sie die Pilzaktivität hemmt, ohne systematisch auf aggressivere Verfahren zurückgreifen zu müssen.
Die Behandlung muss jedoch mit Vorsicht erfolgen, da ein verschimmeltes Dokument empfindlich bleibt und bereits bei geringster Reibung oder Berührung Materialfragmente verlieren kann. Vor jeder Behandlung ist es daher unerlässlich, die Beschaffenheit des Untergrunds, die Stabilität der Druckfarben und das Ausmaß der Verunreinigung zu beurteilen, um die geeignetste Methode auszuwählen.
Eine gute Vorbeugung, basierend auf der Kontrolle von Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Luftzirkulation, ist nach wie vor unerlässlich, um ein erneutes Auftreten von Schimmel zu vermeiden.
Wie können sie erkannt werden?
Auf Papier lässt sich Schimmel am einfachsten an seinem oberflächlichen Belag erkennen, der pudrig oder flockig wirkt und manchmal sichtbare Fäden aufweist. Andere Flecken hingegen sind oft homogener, in das Papier eingebettet oder mit Flüssigkeiten, Rost oder Schmutz verbunden. Sie können auch von einem muffigen Geruch begleitet sein und als schwarze, rosa, gelbe oder andersfarbige Flecken erscheinen.
Anzeichen für Schimmelbefall:
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Puderiges, samtiges oder leicht flaumiges Aussehen an der Oberfläche.
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Vorhandensein kleiner Filamente oder eines unregelmäßigen Musters.
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Ein Fleck mit verschwommenen Konturen, manchmal mit einem Halo anstelle einer klaren Markierung.
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Ein muffiger Geruch, insbesondere wenn mehrere Dokumente betroffen sind oder der Raum feucht ist.
Das lässt einen an etwas ganz anderes denken:
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Ein alter Wasserfleck ist oft gleichmäßig, bräunlich, mit schärferen Rändern und ohne Flaum auf der Oberfläche.
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Rostflecken weisen oft ein Muster aus Punkten oder Höfen auf, die mit Heftklammern, Büroklammern oder anderen Metallgegenständen in Verbindung stehen.
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Die sogenannte „Foxing“- oder Papierporenbildung tritt oft als rötlich-braune Flecken in Form kleiner Punkte oder diffuser Bereiche auf.
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Ein Fett- oder Handhabungsfleck ist im Allgemeinen glatt, ohne Relief oder sporenartiges Aussehen.
Diese Indikatoren sind zwar nützlich, aber eine Färbung allein ist nicht immer ausreichend, da bestimmte biologische oder chemische Veränderungen Schimmelpilzen ähneln können.
Nützliche Prüfungen:
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Betrachten Sie es mit einer Lupe oder unter Streiflicht.
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Prüfen Sie, ob die Markierung erhaben ist oder ob sie sich ausschließlich innerhalb der Fasern befindet.
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Prüfen Sie sorgfältig, ob sich der Staub leicht von der Oberfläche ablöst; Staub, der sich reaktiviert, kann auf eine Sporenkontamination hinweisen.
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Bestehen Zweifel an einer aktiven Kontamination, lassen Sie diese von einem Labor oder einem Restaurator bestätigen.

Kupferstich mit einem Heiligenschein in der oberen linken Ecke und sogenannten Stockflecken auf dem restlichen Teil des Dokuments.

Bemaltes Kunstwerk mit einem Rostfleck in der Mitte.

Vorsatzblätter eines Buches mit sichtbaren Wasserschäden und aktiven Schimmelpilzflecken.
Was tun gegen Schimmel?
Schimmel auf Papier- oder Pergamentdokumenten muss mit größter Sorgfalt behandelt werden, da er das Material schwächt und sich schnell auf andere Gegenstände ausbreiten kann. Vor jeder Behandlung müssen die kontaminierten Dokumente unbedingt isoliert werden, um die Verbreitung von Sporen zu verhindern. Die Behandlung beginnt in der Regel mit einem sehr kontrollierten Abstauben in einer geeigneten Umgebung unter Verwendung entsprechender Schutzausrüstung. Dieser Schritt entfernt getrocknete Pilzablagerungen, ohne die Partikel tiefer in die Fasern des Materials einzudrücken.
Bei Papierdokumenten erfolgt die Reinigung meist trocken mit weichen und geeigneten Werkzeugen, sofern der Zustand des Papiers dies zulässt. Vermeiden Sie jegliche Befeuchtung, bis sich der Schimmelpilz stabilisiert hat, da Wasser sein Wachstum fördert. Ist das Dokument stark betroffen, kann eine umfassendere Behandlung durch einen Restaurator in Betracht gezogen werden, insbesondere zur Entfernung von Rückständen, zur Stabilisierung des Papiers und zur Beurteilung des Schadensumfangs. Vermeiden Sie in jedem Fall grobe Behandlung, kräftiges Bürsten und Haushaltsreiniger, da diese den Schaden verschlimmern können.
Pergament erfordert besondere Sorgfalt, da es stark auf Feuchtigkeit und bestimmte Handhabung reagiert. Die Reinigung muss sehr schonend und kontrolliert erfolgen, da das Eindringen von Wasser oder starkes Reiben zu Verformungen, Spannungen oder irreversiblen Schäden am Material führen kann. Auch hier ist das Hauptziel, die Ausbreitung von Verunreinigungen zu verhindern, eingetrocknete Rückstände zu entfernen und das Objekt vor jeglicher Restaurierung zu stabilisieren. Nach der Behandlung ist es unerlässlich, die Lagerbedingungen zu überprüfen, da die Kontrolle von Luftfeuchtigkeit, Temperatur und Belüftung entscheidend ist, um ein erneutes Auftreten von Schimmel zu verhindern.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Schimmelbehandlung auf drei Prinzipien beruht: Isolierung, sorgfältige Reinigung und anschließende Stabilisierung der Lagerbedingungen. Ob Papier oder Pergament – die Maßnahme sollte stets darauf abzielen, die Oberfläche zu schützen, ohne sie weiter zu schwächen.
Wenn Sie Zweifel an der Entfernung von Flecken auf Ihren Dokumenten haben, zögern Sie nicht, einen Experten um Rat zu fragen!
