
Der Restaurierungsbericht
Was ist das ?
Der Konservierungs-/Restaurierungsbericht ist ein zentrales Dokument in jeder Akte zur Behandlung von Büchern und Papierdokumenten. Er dient dazu, den Ausgangszustand zu beschreiben, die getroffenen Maßnahmen zu begründen, die durchgeführten Behandlungen zu dokumentieren und die Nachvollziehbarkeit für die Zukunft zu gewährleisten.
Welchen Zweck hat es?
Der Bericht ist nicht nur ein technischer Abriss, sondern auch eine Dokumentation der Sammlungen, die für Kuratoren, Bibliothekare, Restauratoren und mitunter auch für Förderer oder Aufsichtsbehörden von Nutzen ist. Er ermöglicht es, nachzuvollziehen, welche Arbeiten mit welchen Materialien an welchen Stellen des Dokuments und unter welchen Einschränkungen durchgeführt wurden. Im Bereich des Kulturerbes ist diese Nachvollziehbarkeit unerlässlich, da eine Restaurierung lesbar, möglichst reversibel und dem Zustand des Objekts angemessen sein muss.
Was ist darin enthalten?
Ein guter Restaurierungsbericht sollte umfassende Informationen zu verschiedenen Punkten enthalten: die physische Beschreibung des Dokuments, die fotografische Dokumentation vor der Behandlung, die Analyse der Veränderungen und Ursachen der Beschädigung, die Begründung der gewählten Behandlung und anschließend eine genaue Beschreibung der angewandten Methoden und Produkte.
Für territoriale Bibliotheken und öffentliches Eigentum werden auf den offiziellen Formularen auch Angaben wie die Signatur, die Beschreibung des Mediums, der Zustand des Buchkörpers, der Zustand der Seiten oder Blätter, der Broschüren, der Illustrationen und das geplante Restaurierungsprojekt verlangt.
Die übliche Präsentation:
In der Praxis findet man diese Struktur häufig:
Dokumentenidentifikation : Titel, Signatur, Autor, Datum, Format, Medium, Einband, Provenienz.
Zustandsbericht : Risse, Lücken, Verschmutzungen, Schwächungen, Säure, Schimmel, biologische Angriffe, alte Reparaturen, Verformungen.
Diagnose : wahrscheinliche Ursachen der Veränderungen, Dringlichkeit des Eingriffs, Risiken der Manipulation oder Konsultation.
Behandlungsplan : Reinigung, Konsolidierung, Auskleidung, Auffüllen von Lücken, Umformung, Fixierung, Verpackung oder einfache Stabilisierung je nach Bedarf.
Beschreibung der durchgeführten Behandlung : Produkte, Techniken, behandelte Bereiche, nicht durchgeführte Eingriffe und Gründe dafür.
Empfehlungen : Bedingungen für Aufbewahrung, Handhabung, Lagerung, Beratung, zukünftige Überwachung.
Spezielle Anforderungen an die Aufbewahrung von Büchern und Papieren:
Bei einem Buch muss der Bericht oft zwischen dem Textblock, der Heftung, den Lagen, dem Einband/der Bindung, den Buchdeckeln und den Kapitalbändern unterscheiden, da der Zustand jedes Teils die weitere Bearbeitung beeinflussen kann.
Bei einzelnen Papierdokumenten liegt der Fokus häufig auf der Stabilität des Untergrunds, Verformungen, Rissen, Säureeinwirkung, empfindlichen Tinten, Knicken und früheren Veränderungen. In beiden Fällen bevorzugt die gängige Praxis zunehmend präventive Konservierungsmaßnahmen und, sofern ausreichend, minimale Behandlungen gegenüber systematischen und umfangreichen Eingriffen.
Wie schreibt man einen guten Bericht?
Ein aussagekräftiger Bericht muss präzise, objektiv und handlungsleitend sein. Vage Aussagen wie „guter Allgemeinzustand“ ohne Erläuterung sollten vermieden werden. Stattdessen sind nachweisbare Beobachtungen vorzuziehen, einschließlich der genauen Schadenslokalisation, gegebenenfalls Messungen und Vorher-/Nachher-Vergleichsfotos. Wichtig ist außerdem eine klare Trennung von Beurteilung, Diagnose und Behandlung, um Beobachtung und Interpretation eindeutig zu unterscheiden.
Hier ein einfaches Beispiel:
Für ein Buch aus dem 19. Jahrhundert mit einem brüchigen Buchrücken könnte ein Bericht Folgendes festhalten: Halbleineneinband, Gelenke eingerissen, Lagen leicht gelockert, Papier brüchig und verschmutzt. Anschließend wird vermerkt, dass das Buch entstaubt, die Gelenke verstärkt, die eingerissenen Seiten repariert und eine Schutzhülle empfohlen wurde. Ein solcher Bericht dokumentiert die durchgeführten Maßnahmen und dient als Leitfaden für die zukünftige Pflege.
In einer Institution:
Im institutionellen Kontext wird der Bericht häufig zusammen mit Kostenvoranschlägen, Spezifikationen und gegebenenfalls Stellungnahmen von Beratungsgremien für Restaurierungsprojekte an Kulturgütern erstellt. Er ist daher integraler Bestandteil der technischen und administrativen Dokumentation. Auch für einen Workshop stellt er ein wichtiges Dokument dar: Er belegt die Übereinstimmung zwischen Ausgangszustand, gewähltem Protokoll und Endergebnis.
Nachfolgend einige Beispiele für Restaurierungsberichte:
